Refraktor Teleskop
Das Linsenteleskop – der klassische Refraktor
Das Linsenteleskop gehört zu den ältesten und zugleich unmittelbarsten Formen eines astronomischen Fernrohrs: Vorne fällt Licht hinein, eine oder mehrere Linsen bündeln es, hinten entsteht das Bild. Kein Hauptspiegel, kein seitlich abgelenkter Lichtweg – das Licht durchläuft das Instrument im Wesentlichen geradeaus.
Gerade für Einsteiger hat diese Bauweise einen großen Reiz. Ein Refraktor ist meist geschlossen, vergleichsweise wartungsarm und liefert besonders bei Mond und Planeten kontrastreiche Bilder. Doch Refraktor ist nicht gleich Refraktor. Ob ein Achromat, ED-Refraktor oder Apochromat vor uns steht, entscheidet vor allem darüber, wie gut die Optik unterschiedliche Farben wieder in einem gemeinsamen Bild zusammenführt.
| Thema | Wie funktioniert es? | Was bedeutet das beim Beobachten? | Gut zu wissen |
|---|---|---|---|
| Grundprinzip des Refraktors | Das Licht fällt vorne durch das Objektiv. Dessen Linsen brechen die Lichtstrahlen und bündeln sie in Richtung eines Brennpunktes. Das Okular vergrößert anschließend das dort erzeugte Bild für unser Auge. | Der geradlinige optische Aufbau ermöglicht eine robuste Konstruktion. Da kein Fangspiegel mitten im Strahlengang sitzt, entsteht auch keine zentrale Abschattung durch einen solchen Sekundärspiegel. | Refraktor bedeutet Linsenteleskop. Entscheidend sind unter anderem Öffnung, Brennweite und die optische Korrektur des Objektivs. |
| Objektiv | Das große Linsensystem vorne am Teleskop sammelt das einfallende Licht. Seine freie Öffnung bestimmt wesentlich, wie viel Licht das Teleskop aufnehmen und welche feinen Strukturen es theoretisch auflösen kann. | Mehr Öffnung bedeutet grundsätzlich mehr Lichtsammelvermögen und eine höhere mögliche Auflösung. Große, hochwertige Linsenobjektive werden allerdings technisch anspruchsvoll und entsprechend teuer. | Bei einem als 80/800 bezeichneten Refraktor stehen beispielsweise 80 mm für die Öffnung und 800 mm für die Brennweite. |
| Okular | Das Objektiv erzeugt zunächst ein reelles Bild im Bereich seiner Brennebene. Das Okular wirkt anschließend wie eine Lupe und macht dieses Bild für das Auge unter einem größeren Sehwinkel sichtbar. | Durch unterschiedliche Okularbrennweiten lässt sich die Vergrößerung ändern. Eine höhere Vergrößerung bedeutet aber nicht automatisch ein besseres Bild. Irgendwann werden lediglich Unschärfen stärker vergrößert. |
Die Vergrößerung ergibt sich aus: Teleskopbrennweite ÷ Okularbrennweite |
| Bildqualität | Ein gut gebauter Refraktor kann sehr scharfe und kontrastreiche Bilder erzeugen. Da kein Fangspiegel den Strahlengang abschattet, ist die Optik besonders interessant für feine Kontrastunterschiede. | Mondlandschaften, Planeten, Doppelsterne und helle Sternhaufen gehören zu den klassischen Beobachtungszielen. Mit geeigneten Refraktoren ist natürlich auch Deep-Sky-Beobachtung möglich. | Besonders bei Planeten entscheidet nicht nur die Vergrößerung. Öffnung, Qualität der Optik und die Unruhe der Erdatmosphäre spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. |
| Wartung | Objektiv und Tubus bilden normalerweise ein weitgehend geschlossenes System. Die optischen Elemente bleiben dadurch vergleichsweise gut geschützt. | Refraktoren sind meist unkomplizierte Beobachtungsinstrumente. Eine regelmäßige Kollimation wie bei vielen Newton-Spiegelteleskopen ist normalerweise nicht erforderlich. | Das macht besonders kleinere Refraktoren zu beliebten Instrumenten für Einsteiger und für unkomplizierte Beobachtungen. |
| Nachteile | Linsen brechen unterschiedliche Wellenlängen des sichtbaren Lichts unterschiedlich stark. Ohne geeignete Korrektur treffen deshalb nicht alle Farben exakt am selben Fokus zusammen. | Vor allem einfache Refraktoren können an hellen Objekten violette oder bläuliche Farbsäume zeigen. Je nach Objektivkonstruktion lässt sich dieser Farbfehler stark reduzieren. | Genau hier liegt ein wesentlicher Unterschied zwischen Achromat, ED-Refraktor und Apochromat. |
Achromat, ED-Refraktor und Apochromat – was ist der Unterschied?
Eine einzelne einfache Linse hat ein grundsätzliches Problem: Licht besteht aus verschiedenen Wellenlängen, und Glas bricht diese unterschiedlich stark. Blaues, grünes und rotes Licht würden deshalb nicht exakt an derselben Stelle fokussiert. Das Ergebnis wäre ein deutlich sichtbarer chromatischer Farbfehler.
Die verschiedenen Refraktortypen versuchen genau dieses Problem unterschiedlich gut zu beherrschen. Vereinfacht gesagt geht es darum, die verschiedenen Farben des Lichts möglichst wieder dort zusammenzubringen, wo sie hingehören: in ein gemeinsames, scharfes Bild.
| Refraktortyp | Optisches Prinzip | Was sieht man davon? | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Achromat | Ein klassischer Achromat verwendet typischerweise zwei Linsen aus unterschiedlichen Glassorten. Dadurch können zwei ausgewählte Wellenlängen des Lichts auf denselben Fokus gebracht und der Farbfehler gegenüber einer einfachen Linse stark vermindert werden. | Das Bild kann sehr scharf sein, bei hellen Objekten können jedoch sichtbare violette oder bläuliche Farbsäume auftreten. Wie stark sie auffallen, hängt unter anderem von Öffnung und Öffnungsverhältnis ab. Langbrennweitige Achromaten zeigen meist deutlich weniger störende Farbsäume als sehr kurze. |
Gut für Einsteiger. Mond, Planeten, Doppelsterne, helle Sternhaufen und allgemeine Himmelsbeobachtung. Meist vergleichsweise preiswert. |
| ED-Refraktor | Mindestens eines der optisch wirksamen Elemente besteht aus Glas mit besonders geringer Dispersion – sogenanntem ED-Glas (Extra-low Dispersion). Dadurch lässt sich der Farbfehler gegenüber einem gewöhnlichen Achromaten deutlich reduzieren. | Helle Sterne, Mondränder und Planeten erscheinen in der Regel wesentlich farbreiner. Wie gut die Korrektur tatsächlich ist, hängt jedoch von der gesamten Konstruktion ab – die Bezeichnung „ED“ allein garantiert noch keine bestimmte optische Leistung. |
Interessant für anspruchsvollere Beobachter. Mond, Planeten, Sterne und – bei geeigneter Konstruktion – Astrofotografie. Häufig ein guter Kompromiss aus Leistung, Größe und Preis. |
| Apochromat (APO) | Ein apochromatisch korrigiertes Objektiv ist auf eine wesentlich weitergehende Korrektur der chromatischen Aberration ausgelegt. Klassisch werden dabei drei Wellenlängen auf einen gemeinsamen Fokus gebracht und weitere Abbildungsfehler stärker korrigiert als bei einem Achromaten. | Farbsäume sind bei einer hochwertigen Konstruktion sehr gering. Sterne erscheinen punktförmig und weitgehend farbrein, und auch bei hellen Himmelsobjekten bleibt die Abbildung sehr sauber. |
Für hohe optische Ansprüche. Mond und Planeten, Doppelsterne, weite Sternfelder und besonders Astrofotografie. Hochwertige APOs sind allerdings entsprechend teuer. |
Refraktor-Teleskope im Vergleich
Vom einfachen 60-mm-Achromaten bis zum ED-Apochromaten mit computergesteuerter Montierung reicht die Welt der Linsenteleskope. Entscheidend ist dabei nicht nur die Größe des Objektivs. Auch Brennweite, Montierung und Einsatzzweck bestimmen, welches Instrument zu einem Beobachter passt.
| Produkt | Informationen |
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Bresser AC 60/900 Classic AZ – Achromat Ein klassisches Einsteiger-Linsenteleskop. Die lange Brennweite sorgt bei diesem 60-mm-Achromaten dafür, dass der typische Farbfehler vergleichsweise wenig auffällt. Die einfache azimutale Montierung lässt sich nach oben, unten und zur Seite bewegen und muss nicht auf den Polarstern ausgerichtet werden. Geeignet für: Einsteiger, Kinder und Jugendliche. Besonders geeignet für: Mond, Venus, Mars, Jupiter und Saturn; auch helle Deep-Sky-Objekte wie Orionnebel und M13 sind erreichbar. Optik: Achromat Öffnung: 60 mm Brennweite: 900 mm Öffnungsverhältnis: f/15 Max. sinnvolle Vergrößerung: 120-fach Montierung: azimutal (AZ-1) Okularanschluss: 1,25 Zoll Gesamtgewicht: ca. 2,5 kg Astrofotografie: nicht empfehlenswert Preis: ca. 115 € |
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Bresser AC 60/900 EQ Classic – Achromat Optisch entspricht dieses Modell weitgehend dem 60/900-AZ. Der große Unterschied liegt in der Montierung: Die parallaktische EQ-1 kann auf den Himmelspol ausgerichtet werden. Danach lassen sich Himmelsobjekte mit Feinbewegungen gezielter entlang ihrer scheinbaren Bahn verfolgen. Geeignet für: Einsteiger, die von Anfang an den Umgang mit einer klassischen parallaktischen Montierung kennenlernen möchten. Besonders geeignet für: Mond und Planeten sowie einige helle Sternhaufen und Nebel. Optik: Achromat Öffnung: 60 mm Brennweite: 900 mm Öffnungsverhältnis: f/15 Max. sinnvolle Vergrößerung: 120-fach Montierung: parallaktisch (EQ-1) Okularanschluss: 1,25 Zoll Gesamtgewicht: ca. 6,5 kg Astrofotografie: laut Astroshop nicht vorgesehen Preis: ca. 120 € |
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Celestron AstroMaster 70 AZ – Achromat Mit 70 mm Öffnung sammelt dieser Refraktor mehr Licht als ein klassischer 60-mm-Einsteigerrefraktor. Mondkrater und erste Einzelheiten auf den großen Planeten gehören zu seinen Stärken. Das Amici-Prisma erzeugt zudem ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild, sodass das Teleskop auch für Naturbeobachtungen eingesetzt werden kann. Geeignet für: Einsteiger, Kinder und Jugendliche sowie Beobachter, die Astronomie und Naturbeobachtung verbinden möchten. Besonders geeignet für: Mond, Jupiter, Saturn und Mars; außerdem helle Deep-Sky-Objekte. Optik: Achromat Öffnung: 70 mm Brennweite: 900 mm Öffnungsverhältnis: f/12,9 Max. sinnvolle Vergrößerung: 140-fach Montierung: azimutal (AZ-C) Okularanschluss: 1,25 Zoll Stativ: Stahl-Dreibein Gesamtgewicht: ca. 8,2 kg Astrofotografie: laut Astroshop nicht vorgesehen Preis: ca. 190 € |
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Vixen A70Lf Mobile Porta – Achromat Ein klassischer 70/900-Refraktor mit einer besonders unkomplizierten azimutalen Mobile-Porta-Montierung. Rutschkupplung und Feinbewegungen verbinden schnelles manuelles Schwenken mit einer feineren Einstellung des Himmelsobjekts. Das System ist ausdrücklich auf einfachen Aufbau und Transport ausgelegt. Geeignet für: Einsteiger und auch Kinder, die ein unkompliziertes, transportables Beobachtungsgerät suchen. Besonders geeignet für: Mond und helle Planeten; unter dunklem Himmel auch Orionnebel und Andromedagalaxie. Optik: Achromat Öffnung: 70 mm Brennweite: 900 mm Öffnungsverhältnis: f/12,9 Max. sinnvolle Vergrößerung: 140-fach Montierung: azimutale Mobile Porta Okularanschluss: 1,25 Zoll Tubusgewicht: ca. 1,9 kg Gesamtgewicht: ca. 5,5 kg Astrofotografie: laut Astroshop nicht vorgesehen Preis: ca. 375 € |
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Skywatcher Evolux-62ED Star Adventurer GTi – ED-Apochromat Dieses Set spielt in einer anderen Liga als die einfachen Einsteigerrefraktoren. Der kompakte 62/400-ED-Refraktor ist als Weitfeldinstrument konzipiert und wird zusammen mit Flattener sowie der motorisierten Star-Adventurer-GTi- Montierung angeboten. Die Steuerung erfolgt über Wi-Fi und Smartphone. Der Schwerpunkt liegt klar auf mobiler Astrofotografie. Geeignet für: vor allem fortgeschrittene Anwender und Astrofotografen, die ein leicht transportierbares System suchen. Besonders geeignet für: großflächige Sternfelder, Sternhaufen, Nebel und andere ausgedehnte Deep-Sky-Motive. Optik: ED-Apochromat, Duplet Öffnung: 62 mm Brennweite: 400 mm Öffnungsverhältnis: f/6,5 Max. sinnvolle Vergrößerung: 124-fach Montierung: parallaktische Star Adventurer GTi GoTo: ja Wi-Fi: ja Steuerung: SynScan / Smartphone Tragkraft der Montierung: 5 kg Astrofotografie: ausdrücklich vorgesehen Set enthält: ED-Refraktor, 0,9× Flattener, Star Adventurer GTi, Stativ und Polsucher Preis: ca. 1.500–1.650 € |
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Skywatcher EvoStar 120/1000 EQ5 – Achromat Mit 120 mm Öffnung gehört dieses Gerät bereits zu den deutlich größeren Achromaten. Es sammelt wesentlich mehr Licht als die kleinen 60- bis 80-mm-Refraktoren und bietet dadurch nicht nur bei Mond und Planeten, sondern auch bei zahlreichen Deep-Sky-Objekten deutlich mehr Möglichkeiten. Die stabile EQ5 ist eine parallaktische Montierung und kann optional motorisiert werden. Geeignet für: Einsteiger mit höheren Ansprüchen und Beobachter, die bewusst einen größeren klassischen Refraktor möchten. Besonders geeignet für: Mond, Planeten, Doppelsterne, Kugelsternhaufen und hellere Nebel sowie weitere Deep-Sky-Objekte. Optik: Achromat Öffnung: 120 mm Brennweite: 1.000 mm Öffnungsverhältnis: f/8,3 Max. sinnvolle Vergrößerung: 240-fach Montierung: parallaktische EQ5 Tragkraft der Montierung: 10 kg Okularanschluss: 2 Zoll, Adapter auf 1,25 Zoll Tubusgewicht: ca. 4,7 kg Astrofotografie: mit optionaler Motorisierung ausbaubar Preis: ca. 1.100 € |
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Celestron StarSense Explorer LT 80 AZ – Achromat Ein 80/900-Refraktor, der klassische Optik mit Smartphone-Unterstützung verbindet. Das Teleskop wird weiterhin von Hand bewegt. Die StarSense-App analysiert jedoch den Himmel über die Smartphone-Kamera und zeigt auf dem Display, in welche Richtung das Teleskop geschwenkt werden muss. Das ist PushTo und kein motorisches GoTo. Geeignet für: Einsteiger und Familien, die Himmelsobjekte leichter finden möchten, ohne eine motorisierte GoTo-Montierung zu verwenden. Besonders geeignet für: Mond und Planeten sowie helle Deep-Sky-Objekte wie Orionnebel und Kugelsternhaufen. Optik: Achromat, Duplet Öffnung: 80 mm Brennweite: 900 mm Öffnungsverhältnis: f/11,3 Max. sinnvolle Vergrößerung: 160-fach Montierung: azimutal StarSense Explorer: Smartphone-gestütztes PushTo Motoren: nein Okularanschluss: 1,25 Zoll Tubusgewicht: ca. 2,45 kg Astrofotografie: laut Astroshop nicht vorgesehen Preis: ca. 270 € |
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