Der Mond - idealer Einstieg
Der Mond ist als Einstieg in die Astronomie perfekt geeignet. Du findest ihn schnell und du brauchst erstmal keine teure oder komplizierte Ausrüstung. Ein Fernglas oder ein kleines Spektiv reicht schon völlig aus, um Krater, Gebirge und Meere auf der Mondoberfläche zu entdecken. Übrigens erkennt man am wenigsten bei Vollmond, weil der Kontrast dann sehr schwach ist.
Mit dem Mond Explorer kannst du Krater identifizieren, Landestellen alter Apollo Expeditionen finden oder auch solche aus der Neuzeit von Amerikanern, Indern und Chinesen. Du kannst in die 16K Grafik der NASA reinzoomen und viele Details erkennen. Detaillierte Informationen verraten dir mehr über Namen, Größe und Tiefe/Höhe der Krater und Gebirge. Mit der Suchfunktion findest du auch gezielt Objekte auf dem Mond.
Der spannendste Mond ist nicht der Vollmond
Wenn man an Mondbeobachtung denkt, denkt man schnell an Vollmond. Doch ausgerechnet dann wirkt ein großer Teil der Oberfläche im Teleskop vergleichsweise flach. Das Sonnenlicht trifft die uns zugewandte Landschaft dann vielerorts nahezu frontal. Die Schatten sind kurz und viele Höhenunterschiede treten weniger deutlich hervor.
Viel spannender ist häufig die Grenze zwischen Tag und Nacht auf dem Mond. Sie heißt Terminator. Dort steht die Sonne über der Mondlandschaft sehr tief. Kraterränder und Berge werfen lange Schatten. Plötzlich bekommt die Oberfläche Tiefe.
Was sind die dunklen Flächen?
Die großen dunklen Gebiete wurden früher für Meere gehalten. Daher heißen sie bis heute Maria – lateinisch für „Meere“. Wassermeere sind es allerdings nicht. Es handelt sich überwiegend um große Ebenen aus erstarrtem vulkanischem Gestein.
Die helleren Gebiete sind stärker von Kratern geprägt. Ein Einschlagkrater entsteht, wenn ein Himmelskörper mit hoher Geschwindigkeit auf die Oberfläche trifft. Weil der Mond praktisch keine schützende Atmosphäre wie die Erde besitzt und seine Oberfläche geologisch nur wenig verändert wird, bleiben viele dieser Spuren sehr lange erhalten.
Warum wandert der Mond?
Beobachtest du ihn mehrere Abende zur gleichen Uhrzeit, steht er nicht an derselben Stelle zwischen den Sternen. Der Grund ist einfach: Während sich die Erde dreht, bewegt sich der Mond zugleich auf seiner eigenen Bahn um die Erde. Für einen Umlauf relativ zu den Sternen benötigt er rund 27,3 Tage; von einer gleichen Mondphase bis zur nächsten sind es wegen der gleichzeitigen Bewegung der Erde um die Sonne rund 29,5 Tage. Letzteres nennt man den synodischen Monat.
Warum sehen wir immer die Vorderseite des Mondes?
Der Mond dreht sich in ungefähr derselben Zeit einmal um seine eigene Achse, in der er die Erde umrundet. Deshalb weist er uns fast immer dieselbe Seite zu. Diese Situation heißt gebundene Rotation. Ganz exakt bleibt unser Blick aber nicht gleich. Durch kleine scheinbare Schaukelbewegungen können wir im Laufe der Zeit etwas über den Rand hinausblicken. Dieses Phänomen heißt Libration. Insgesamt können wir dadurch über längere Zeit etwas mehr als die Hälfte der Mondoberfläche von der Erde aus sehen.
Kann der Mond zu hell für das Auge sein?
Der Mond kann im Teleskop unangenehm hell wirken, insbesondere bei großer Öffnung und großer beleuchteter Fläche. Seine Beobachtung durch ein gewöhnliches astronomisches Teleskop verursacht jedoch nicht die Art von Netzhautschädigung, die beim Blick in die Sonne droht. Wenn dir die Helligkeit unangenehm ist, hilft oft schon eine geringere Vergrößerung. Höhere Vergrößerung verteilt das Licht auf eine größere scheinbare Fläche. Ein geeigneter Mond- oder Neutralfilter (1,25" passend für die meisten Teleskope) kann den Beobachtungskomfort zusätzlich erhöhen.
Eigenes Mondfoto
Mit einem preisgünstigen Refraktor Teleskop (einfaches Linsenteleskop aber sehr scharf) und einer Lumix GF1 (nur 12 Megapixel) Systemkamera habe ich dieses Foto aufgenommen. Klick mal drauf und sieh die feinen scharfen Details. Weil kein Vollmond war, ist das Bild schön kontrastreich. Ich habe mir das Foto als großes Poster ausdrucken lassen. Es ist gestochen scharf und vermittelt mir immer ein Gefühl von der Weite und der Kälte des Weltalls.
Aufnahmetechnik
Nachdem ich zunächst ohne Objektiv (also fokal) direkt durch das Teleskop fotografiert hatte, war mir das Foto nicht scharf genug. Dann ging ich einen etwas umständlicheren Weg und fotografierte "afokal" mit dem manuellen Objektiv "Pentax M 50mm, 1:1,7" (günstig gebraucht gekauft), das mit einem Adapter von "Pentax Bajonett" auf "Micro Four Thirds" befestigt war durch das Okular. Dafür benötigte ich noch einen Kamerahalter, der die Kamera mit dem Teleskop verband. Jetzt erst war ich mit Schärfe und Kontrast zufrieden. Und man sieht: auch mit nur 12 Megapixeln kann man ein ansehnliches Foto hinbekommen.
Das ganze war eine ziemlich wacklige Angelegenheit, aber für das Mondfoto funktionierte es, weil die Belichtungszeit wegen des hellen Mondlichts mit 1/25 Sekunde bei ISO 200, Blende 4 recht kurz war. Natürlich mit Selbstauslöser 10 Sekunden.
Hinweis: Ich empfehle Produkte vom Fachhändler Astroshop.de. Kein Preisunterschied für euch, kleiner Bonus für meine Arbeit. Hier gibt es kein Google und kein Targeting, lediglich sehr reduzierte lokale Statistiken für den Überblick.