Azimutal ausrichten
Einfach aufstellen und beobachten
Eine azimutale Montierung macht den Einstieg angenehm einfach. Das Teleskop bewegt sich so, wie wir es aus dem Alltag kennen: nach links und rechts sowie nach oben und unten. Eine Ausrichtung auf den Himmelspol, wie bei einer parallaktischen Montierung, ist für die einfache visuelle Beobachtung nicht nötig. Ein stabiler Standort, ein sauber aufgebautes Teleskop und ein richtig eingestellter Sucher genügen – dann kann die Reise über den Himmel beginnen.
| Schritt | Was ist zu tun? | Warum ist das wichtig? | Darauf achten |
|---|---|---|---|
| 1. Standort wählen | Das Teleskop auf einem festen Untergrund aufstellen. Der Platz sollte möglichst freie Sicht zum Himmel bieten und nicht unmittelbar von hellen Lampen beleuchtet werden. | Ein stabiler Standort verhindert unnötiges Zittern. Weniger störendes Fremdlicht erleichtert außerdem die Beobachtung schwächerer Himmelsobjekte. | Fester Untergrund, sicherer Stand und möglichst freie Sicht in die gewünschten Himmelsrichtungen. |
| 2. Stativ aufstellen | Die Stativbeine sicher aufstellen und die Montierung möglichst waagerecht ausrichten. Eine vorhandene Libelle oder eine Wasserwaage kann dabei helfen. | Ein sauber aufgestelltes Stativ verbessert die Stabilität und macht die Bedienung übersichtlicher. Bei einer rein manuellen AZ-Montierung ist eine perfekte Nivellierung für die astronomische Nachführung allerdings nicht erforderlich. | Wichtiger als mathematische Perfektion ist ein sicherer, wackelfreier Stand. |
| 3. Teleskop montieren | Den Teleskoptubus sicher an der Montierung befestigen. Anschließend prüfen, ob sich das Teleskop kontrolliert in Höhe und Azimut bewegen lässt. | Die azimutale Montierung besitzt zwei unmittelbar verständliche Bewegungsrichtungen: Azimut für links und rechts und Höhe für auf und ab. | Alle Befestigungen kontrollieren. Das Teleskop soll sicher sitzen, sich aber trotzdem gleichmäßig bewegen lassen. |
| Azimut | Das gesamte Teleskop wird horizontal nach links oder rechts geschwenkt. | Damit wird die Himmelsrichtung eingestellt. Zusammen mit der Höhe kann praktisch jeder erreichbare Punkt des Himmels angepeilt werden. | Azimut bedeutet die horizontale Richtung – nicht die Höhe über dem Horizont. |
| Höhe | Der Tubus wird nach oben oder unten bewegt. | Damit bestimmt man, wie hoch über dem Horizont das Teleskop zeigt. | Azimut und Höhe bilden gemeinsam das einfache Koordinatenprinzip dieser Montierung. |
| 4. Sucher ausrichten | Ein weit entferntes und gut erkennbares Objekt zunächst im Hauptteleskop genau zentrieren. Anschließend den Sucher mit seinen Justageschrauben so einstellen, dass dort dasselbe Ziel genau in der Mitte erscheint. | Ein Teleskop zeigt nur einen kleinen Ausschnitt des Himmels. Der Sucher besitzt ein wesentlich größeres Gesichtsfeld und erleichtert deshalb das Auffinden eines Zieles erheblich. | Die Grundeinstellung lässt sich besonders bequem bei Tageslicht an einem weit entfernten festen Objekt durchführen. Niemals die Sonne als Einstellziel verwenden. |
| Sucher und Teleskop | Nach der Justage zeigen Sucher und Hauptteleskop auf denselben Punkt. | Was im Sucher zentriert wird, sollte anschließend auch im Okular des Teleskops erscheinen. | Die Einstellung gelegentlich kontrollieren, besonders nach Transport oder Umbau des Teleskops. |
| 5. Objekt anpeilen | Das Teleskop in Azimut und Höhe bewegen, bis das gewünschte Objekt im Sucher erscheint. Danach durch das Okular schauen und das Ziel genau zentrieren. | Man arbeitet sich vom großen Gesichtsfeld des Suchers zum kleineren Gesichtsfeld des eigentlichen Teleskops vor. | Am Anfang ein Okular mit kleiner Vergrößerung und möglichst großem Gesichtsfeld verwenden. Das erleichtert das Auffinden. |
| 6. Beispiel Mond | Den Mond zunächst mit bloßem Auge anpeilen, anschließend im Sucher zentrieren und schließlich im Okular betrachten. | Der Mond ist für den Einstieg ideal: groß, hell und leicht zu finden. Schon bei mäßiger Vergrößerung werden Krater, Gebirge und andere Oberflächenstrukturen sichtbar. | Erst mit kleiner Vergrößerung beginnen. Wenn der Mond sauber eingestellt und fokussiert ist, kann stärker vergrößert werden. |
| Nachführen | Während der Beobachtung das Teleskop gelegentlich in Azimut und Höhe nachstellen. | Durch die Erdrotation wandern Mond, Planeten und Sterne scheinbar durch das Gesichtsfeld. Bei höherer Vergrößerung wird diese Bewegung besonders deutlich. | Bei einer manuellen AZ-Montierung geschieht die Nachführung von Hand. Motorisierte AZ-GoTo-Montierungen können sie automatisch übernehmen. |
Warum muss eine Azimut-Montierung nicht eingenordet werden?
| Montierung | Ausrichtung | Was bedeutet das? |
|---|---|---|
| Azimutal | Für die einfache manuelle Beobachtung ist keine Ausrichtung einer Montierungsachse auf den Himmelspol erforderlich. | Aufstellen, Teleskop befestigen, Sucher kontrollieren und beobachten. Das macht diese Bauart für Einsteiger besonders unkompliziert. |
| Parallaktisch | Die Polachse wird parallel zur Erdachse ausgerichtet – auf der Nordhalbkugel also in Richtung des nördlichen Himmelspols. | Nach dem Einnorden kann die scheinbare Himmelsbewegung im Wesentlichen über die Rektaszensionsachse ausgeglichen werden. Das ist besonders für präzise Nachführung und Astrofotografie wichtig. |
Beispiel: Einsteigerteleskop mit Azimut-Montierung
Das folgende Modell zeigt das Prinzip sehr anschaulich: keine Polachse, kein Einnorden und keine Computersteuerung. Das Teleskop wird einfach in Höhe und Azimut auf das gewünschte Himmelsobjekt bewegt.
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Omegon AC 70/700 AZ-2
Ein klassisches Einsteigerteleskop mit einer unkomplizierten azimutalen Montierung. Das Teleskop wird von Hand nach links und rechts sowie nach oben und unten bewegt. Damit lässt sich das Prinzip einer AZ-Montierung unmittelbar kennenlernen. Geeignet für: Einsteiger und junge Beobachter, die ohne aufwendige Ausrichtung mit der Himmelsbeobachtung beginnen möchten. Beobachtung: besonders Mond und Planeten; auch hellere Sternhaufen und einige helle Deep-Sky-Objekte sind erreichbar. Das Teleskop lässt sich außerdem für Naturbeobachtungen einsetzen. Optik: achromatischer Refraktor Öffnung: 70 mm Brennweite: 700 mm Öffnungsverhältnis: f/10 Max. sinnvolle Vergrößerung: 140-fach Montierung: AZ-2, azimutal GoTo: nein Nachführung: manuell Astrofotografie: Das System ist in erster Linie für die visuelle Beobachtung gedacht. Für lang belichtete Deep-Sky-Astrofotografie ist die manuelle AZ-2 nicht geeignet. Preis: ca. 120–140 € |
Ein guter Start am ersten Abend
Der Mond ist ein ausgezeichnetes erstes Ziel. Zunächst wird mit dem Sucher grob angepeilt, dann mit einem Okular geringer Vergrößerung beobachtet. Erst wenn das Objekt sicher im Gesichtsfeld steht, lohnt sich eine höhere Vergrößerung.
Hinweis: Ich empfehle Produkte vom Fachhändler Astroshop.de. Kein Preisunterschied für euch, kleiner Bonus für meine Arbeit. Hier gibt es kein Google und kein Targeting, lediglich sehr reduzierte lokale Statistiken für den Überblick.