Sternenhimmel
Sterne, Planeten, Mond, Nebel – was sehen wir da eigentlich?Wer in einer klaren Nacht nach oben schaut, sieht zunächst vor allem Lichtpunkte. Manche funkeln, andere leuchten erstaunlich ruhig, und wieder andere erkennt man erst mit einem Fernglas oder Teleskop. Doch hinter diesen kleinen Unterschieden verbergen sich völlig verschiedene Welten. Ein Stern ist etwas grundsätzlich anderes als ein Planet, und eine Galaxie spielt noch einmal in einer ganz anderen Größenordnung. Der Himmel zeigt uns also nicht einfach eine Ansammlung von Lichtern – er erlaubt uns einen Blick auf sehr unterschiedliche Erscheinungsformen des Universums.
Schon mit wenigen Merkmalen kann man lernen, die wichtigsten Himmelsobjekte auseinanderzuhalten. Die folgende Übersicht zeigt, was sie auszeichnet und worauf man bei der Beobachtung achten kann. Nutze Stellarium und identifiziere Himmelsobjekte, Sternbilder etc. Gibt es auch für's Handy. Mit dem Mond Explorer kannst du den Mond erforschen.

| Himmelsobjekt | Was ist das? | Eigenes Licht? | So erscheint es uns | Typische Merkmale |
|---|---|---|---|---|
| Sterne | Riesige, heiße Gaskugeln. In ihrem Inneren wird durch Kernfusion Energie freigesetzt. Auch unsere Sonne ist ein Stern. | Ja | Meist als Lichtpunkte. Durch die Erdatmosphäre scheinen Sterne häufig zu funkeln. | Sterne können unterschiedliche Farben zeigen. Diese hängen unter anderem mit ihrer Oberflächentemperatur zusammen. Selbst der nächste Stern außerhalb unseres Sonnensystems ist bereits mehrere Lichtjahre entfernt. |
| Planeten | Himmelskörper, die einen Stern umkreisen. Die acht Planeten unseres Sonnensystems bewegen sich um die Sonne. | Nein | Sie reflektieren Sonnenlicht und leuchten am Himmel meist ruhiger als Sterne. Im Teleskop können sie als kleine Scheibchen erscheinen. | Ihre Position vor dem Sternenhintergrund verändert sich mit der Zeit. Zu ihnen gehören beispielsweise Jupiter, Saturn und Mars. |
| Mond | Der natürliche Satellit der Erde und unser mit Abstand nächster großer Himmelskörper. | Nein | Schon mit bloßem Auge als Scheibe sichtbar. Ein Fernglas oder Teleskop zeigt Krater, Gebirge und dunkle Ebenen besonders eindrucksvoll. | Der Mond ist im Mittel etwa 384.400 km von der Erde entfernt. Seine wechselnde Stellung gegenüber Erde und Sonne lässt uns die bekannten Mondphasen sehen. |
| Nebel | Große Gebiete aus Gas und Staub im Weltraum. Manche sind Sternentstehungsgebiete, andere entstanden beispielsweise aus abgestoßenem Material sterbender Sterne oder bei Supernovae. | Unterschiedlich | Häufig als schwache, diffuse Flächen. Viele Nebel werden erst mit Fernglas oder Teleskop deutlich erkennbar. | Manche Nebel leuchten, weil ihr Gas durch nahe Sterne angeregt wird. Andere reflektieren Sternenlicht oder erscheinen als dunkle Wolken vor einem helleren Hintergrund. |
| Galaxien | Gewaltige Systeme aus Sternen, Gas, Staub und Dunkler Materie. Unsere eigene Galaxie ist die Milchstraße. | Sterne ja | Entfernte Galaxien erscheinen meist als schwache, diffuse Lichtflächen. Unter guten Bedingungen sind einige bereits mit Fernglas oder bloßem Auge sichtbar. | Galaxien können unter anderem Spiral-, elliptische oder unregelmäßige Formen besitzen. Die Andromedagalaxie ist unser großer galaktischer Nachbar. |
| Sternhaufen | Gruppen von Sternen, die zusammengehören und durch ihre gemeinsame Entstehung beziehungsweise Gravitation miteinander verbunden sind. | Sterne ja | Je nach Entfernung und Art als lockere Ansammlung einzelner Sterne oder als dichtes, beinahe neblig wirkendes Sternengebiet. | Man unterscheidet vor allem offene Sternhaufen und Kugelsternhaufen. Ein bekanntes Beispiel für einen offenen Sternhaufen sind die Plejaden. |
Wie kann man sie am Himmel unterscheiden?
Für den Anfang braucht man dafür erstaunlich wenig Technik. Sterne funkeln häufig, Planeten leuchten in der Regel ruhiger. Der Mond ist ohnehin unverwechselbar. Sternhaufen können im Fernglas plötzlich in zahlreiche einzelne Lichtpunkte zerfallen, während Nebel und weit entfernte Galaxien oft als zarte, diffuse Gebilde erscheinen.
Warum sieht der Himmel im Winter anders aus als im Sommer?
Der Sternenhimmel verändert sich mit den Jahreszeiten – aber nicht, weil die Sterne im Sommer an einen anderen Platz wandern als im Winter. Wir selbst sind es, die unterwegs sind. Die Erde zieht im Laufe eines Jahres einmal um die Sonne. Dadurch zeigt ihre Nachtseite zu verschiedenen Jahreszeiten in unterschiedliche Richtungen des Weltraums.
Das ist ein bisschen wie bei einer Fahrt durch eine Landschaft: Schaut man einmal aus dem linken und ein halbes Jahr später aus dem rechten Fenster, sieht man etwas anderes – obwohl die Landschaft selbst geblieben ist. Genau deshalb gehören Schwan und Adler zu den vertrauten Begleitern des Sommerhimmels, während Orion und Stier den Winterhimmel prägen.

| Thema | Was geschieht? | Was bedeutet das für unseren Sternenhimmel? |
|---|---|---|
| Die Erde umkreist die Sonne | Die Erde benötigt etwa ein Jahr für einen vollständigen Umlauf um die Sonne. Währenddessen verändert sich ihre Position im Sonnensystem ständig. | Die Nachtseite der Erde zeigt im Laufe des Jahres in unterschiedliche Richtungen des Weltraums. Deshalb sehen wir je nach Jahreszeit andere Bereiche des Sternenhimmels. |
| Sommerhimmel | An Sommerabenden schauen wir von der Nachtseite der Erde in eine andere Richtung der Milchstraße als im Winter. | Typische Sommersternbilder sind beispielsweise Schwan, Leier, Adler, Schütze und Skorpion. Besonders auffällig sind die hellen Sterne Vega, Deneb und Altair, die zusammen das sogenannte Sommerdreieck bilden. |
| Winterhimmel | Etwa ein halbes Jahr später befindet sich die Erde auf der gegenüberliegenden Seite ihrer Umlaufbahn. Nachts schauen wir deshalb ungefähr in die entgegengesetzte Richtung des Weltraums. | Nun bestimmen unter anderem Orion, Stier, Zwillinge und Fuhrmann den Abendhimmel. Auch Sirius, der hellste Stern des Nachthimmels, fällt besonders auf. |
| Blick in die Milchstraße | Im Sommer blicken wir am Abend unter anderem in Richtung der besonders sternreichen Gebiete zum Zentrum unserer Milchstraße. | Unter einem wirklich dunklen Himmel kann die Milchstraße deshalb besonders eindrucksvoll erscheinen. In dieser Himmelsregion finden sich zahlreiche Sternhaufen, Gas- und Staubgebiete. |
| Die Erdachse | Die Erdachse ist gegenüber der Ebene der Erdbahn um etwa 23,4 Grad geneigt. Ihre räumliche Ausrichtung verändert sich innerhalb eines Jahres nur sehr wenig. | Diese Neigung ist die entscheidende Ursache unserer Jahreszeiten. Sie beeinflusst außerdem, wie lange die Sonne über dem Horizont steht und wie hoch ihre tägliche Bahn am Himmel verläuft. |
| Der Polarstern | Die Erdachse weist am Nordhimmel gegenwärtig ungefähr in Richtung des Polarsterns. Durch die tägliche Erdrotation scheint sich der übrige Himmel um diese Gegend zu drehen. | Deshalb bleibt Polaris für Beobachter in Deutschland die ganze Nacht sichtbar und eignet sich hervorragend zur Orientierung nach Norden. |
| Zirkumpolare Sterne | Manche Sterne stehen von unserem Standort aus so nahe am nördlichen Himmelspol, dass ihre tägliche Kreisbahn vollständig oberhalb des Horizonts bleibt. | Solche Sterne nennt man zirkumpolar. Sie können grundsätzlich zu jeder Jahreszeit beobachtet werden, sofern Dunkelheit, Wetter und Horizont dies zulassen. |
| Saisonale Sternbilder | Andere Sternbilder befinden sich nur während bestimmter Jahreszeiten zu günstigen Abendstunden am Nachthimmel. | Orion ist ein klassisches Beispiel für den Winter, während der Schwan besonders mit dem Sommer verbunden ist. Einige Monate später stehen dieselben Himmelsregionen zu anderen Tageszeiten am Himmel. |
Die Sterne bleiben – unser Blick verändert sich
Der entscheidende Gedanke ist erstaunlich einfach: Nicht der gesamte Sternenhimmel wird alle paar Monate neu sortiert. Die Erde bewegt sich wie ein Raumschiff durch das Universum. Während sie die Sonne umrundet, schauen wir nachts immer wieder aus einer etwas anderen Richtung hinaus ins All. Nach ungefähr einem halben Jahr hat sich unsere nächtliche Blickrichtung gegenüber der Sonne nahezu umgekehrt.
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