Star Alignment

2-Sterne- oder 3-Sterne-Alignment

So lernt die GoTo-Steuerung, wo das Teleskop am Himmel steht

Ein GoTo-Teleskop kennt tausende Himmelsobjekte und ihre Koordinaten. Aber nach dem Aufstellen weiß die Elektronik zunächst noch nicht genau, wie die Montierung gegenüber dem wirklichen Sternenhimmel orientiert ist. Genau dafür gibt es das Alignment. Zwei oder drei bekannte beziehungsweise geeignete Himmelsobjekte dienen als Orientierungspunkte. Aus ihnen berechnet die Steuerung ihr Modell des Himmels – und plötzlich wird aus einem Motor mit Teleskop ein ziemlich kundiger Wegweiser durch die Nacht.

Weitere Informationen unter der Grafik
2-Sterne- und 3-Sterne-Alignment eines GoTo-Teleskops
Schritt Was ist zu tun? Was geschieht dabei? Darauf achten
1. Montierung vorbereiten Teleskop und Montierung aufstellen und die Stromversorgung einschalten. Je nach Steuerung werden anschließend Datum, Uhrzeit, Standort und Zeitzone eingegeben. Danach wird das gewünschte Alignment-Verfahren gewählt. Die Steuerung benötigt diese Ausgangsinformationen, um zu berechnen, welche Himmelsobjekte am jeweiligen Ort und zur jeweiligen Zeit sichtbar sein sollten. Bei einer azimutalen GoTo-Montierung ist normalerweise kein klassisches Einnorden erforderlich. Eine parallaktische Montierung wird dagegen zusätzlich auf den Himmelspol ausgerichtet.
2. Erstes Referenzobjekt Je nach Alignment-Verfahren wird ein geeigneter Stern ausgewählt oder ein helles Himmelsobjekt selbst angefahren. Das Teleskop wird so bewegt, dass das Objekt zunächst im Sucher und anschließend im Okular erscheint. Der erste Referenzpunkt verbindet eine reale Position am Himmel mit dem internen Himmelsmodell der Steuerung. Das Referenzobjekt möglichst genau im Okular zentrieren. Eine geringe Vergrößerung erleichtert zunächst das Auffinden.
3. Position bestätigen Sobald das Referenzobjekt genau zentriert ist, wird seine Position über die Handsteuerung bestätigt. Die Elektronik speichert die tatsächliche Stellung der Montierung zu diesem bekannten Punkt am Himmel. Je genauer das Objekt zentriert wird, desto besser ist die Grundlage für die spätere GoTo-Positionierung.
4. Zweites Referenzobjekt Ein zweites geeignetes Himmelsobjekt wird angefahren, im Okular zentriert und ebenfalls bestätigt. Mit einem zweiten Bezugspunkt kann die Steuerung die räumliche Orientierung der Montierung wesentlich besser bestimmen. Bei klassischen 2-Sterne-Verfahren möglichst geeignete, ausreichend weit voneinander entfernte Referenzsterne verwenden.
5. Drittes Referenzobjekt Bei einem entsprechenden 3-Objekt-Verfahren wird noch ein drittes helles Himmelsobjekt angefahren und bestätigt. Das zusätzliche Referenzobjekt liefert der Steuerung weitere Informationen für die Bestimmung ihrer Orientierung. Wie das dritte Objekt verwendet wird, hängt vom jeweiligen Alignment-Verfahren und Hersteller ab.
6. Alignment abgeschlossen Nach erfolgreichem Alignment wird ein gewünschtes Objekt aus der Datenbank der Steuerung ausgewählt. Die GoTo-Steuerung berechnet die erforderliche Bewegung der Motoren und fährt das Teleskop automatisch in Richtung des ausgewählten Himmelsobjekts. Ein gutes Alignment verbessert die Positioniergenauigkeit. Es ist jedoch nicht dasselbe wie eine präzise Polausrichtung.

Was berechnet die Steuerung eigentlich?

Das Prinzip dahinter ist überraschend einleuchtend. Die Elektronik kennt die berechneten Positionen der Referenzobjekte am Himmel. Gleichzeitig erfährt sie durch das Zentrieren, wo diese Objekte für die reale Montierung tatsächlich liegen. Aus diesen Informationen entsteht ein Ausrichtungsmodell. Dieses Modell erlaubt es der GoTo-Steuerung anschließend, andere bekannte Koordinaten am Himmel anzufahren.

Verfahren Grundprinzip Gut zu wissen
1-Stern-Alignment Ein bekannter Stern dient als Referenzpunkt für die Steuerung. Schnell und unkompliziert, aber mit weniger Informationen für das Ausrichtungsmodell als bei Verfahren mit mehreren Referenzobjekten.
2-Sterne-Alignment Zwei bekannte Sterne werden nacheinander exakt zentriert. Ein weit verbreitetes Verfahren. Die beiden Referenzpunkte erlauben der Steuerung eine bessere Bestimmung ihrer tatsächlichen Orientierung gegenüber dem Sternenhimmel.
3-Objekt-Alignment Drei geeignete Himmelsobjekte werden nacheinander zentriert und bestätigt. Die genaue Funktionsweise ist herstellerabhängig. Bei Celestrons SkyAlign können beispielsweise drei helle Himmelsobjekte verwendet werden, ohne dass der Beobachter deren Namen kennen muss.
GoTo Nach erfolgreichem Alignment bewegt die Steuerung das Teleskop mit Motoren automatisch zum ausgewählten Ziel. Alignment und GoTo gehören zusammen, sind aber nicht dasselbe: Das Alignment schafft die Orientierung – GoTo nutzt sie anschließend.

Alignment ist nicht dasselbe wie Einnorden

Diese beiden Begriffe werden leicht verwechselt, beschreiben aber zwei verschiedene Dinge. Das Einnorden richtet die Polachse einer parallaktischen Montierung parallel zur Erdachse aus. Das Alignment teilt der Computersteuerung mit, wie die Montierung gegenüber dem wirklichen Sternenhimmel orientiert ist.

Verfahren Wozu dient es? Für die Astrofotografie
Einnorden Die Polachse einer parallaktischen Montierung wird parallel zur Erdachse ausgerichtet. Für lang belichtete Deep-Sky-Aufnahmen ist eine präzise Polausrichtung besonders wichtig.
Sterne-Alignment Die Computersteuerung gleicht die tatsächliche Orientierung der Montierung mit ihrem Himmelsmodell ab. Verbessert vor allem die GoTo-Positionierung. Es ersetzt bei einer parallaktischen Montierung keine präzise Polausrichtung.

Beispiel: GoTo-Teleskop mit SkyAlign

Ein anschauliches Beispiel ist das Celestron NexStar 90 SLT. Hier sitzt ein kompaktes Maksutov-Teleskop auf einer motorisierten azimutalen Einarmmontierung. Celestrons SkyAlign arbeitet mit drei hellen Referenzobjekten. Das Besondere daran: Du musst ihre Namen nicht kennen. Auch helle Planeten oder der Mond können als geeignete Referenzobjekte verwendet werden.

Celestron Maksutov Teleskop MC 90/1250 NexStar 90 SLT GoTo
Bei Astroshop ansehen
Celestron NexStar 90 SLT GoTo

Ein kompaktes computergesteuertes Teleskop für Einsteiger. Die motorisierte Montierung kann nach erfolgreichem Alignment ausgewählte Himmelsobjekte automatisch anfahren und anschließend nachführen.

Geeignet für: Einsteiger, die Himmelsobjekte mit Computerunterstützung finden möchten.
Optik: Maksutov
Öffnung: 90 mm
Brennweite: 1.250 mm
Öffnungsverhältnis: f/13,9
Max. sinnvolle Vergrößerung: 180-fach
Montierung: motorisierte azimutale Einarmmontierung
GoTo: ja
Ausrichtverfahren: SkyAlign und weitere Verfahren
SkyAlign: drei helle Referenzobjekte
GPS: optional
Gesamtgewicht: ca. 5,44 kg

Beobachtung: besonders interessant für Mond, Planeten und Doppelsterne; auch hellere Nebel, Galaxien und Sternhaufen können beobachtet werden.

Astrofotografie: Mond- und Planetenaufnahmen sind naheliegend. Für lange Deep-Sky-Belichtungen ist eine azimutale Montierung wegen der entstehenden Bildfeldrotation nicht die klassische Lösung.

Preis: ca. 850–860 €

Hinweis: Ich empfehle Produkte vom Fachhändler Astroshop.de. Kein Preisunterschied für euch, kleiner Bonus für meine Arbeit. Hier gibt es kein Google und kein Targeting, lediglich sehr reduzierte lokale Statistiken für den Überblick.