Sternbilder Winter
Die wichtigsten Sternbilder des Winterhimmels
Der Winterhimmel gehört zu den schönsten Himmelslandschaften des Jahres. In langen, dunklen Nächten begegnen uns einige der auffälligsten Sterne und Sternbilder überhaupt. Allen voran steht Orion: Mit seinen drei fast in einer Reihe stehenden Gürtelsternen ist er so markant, dass er sich hervorragend als Wegweiser durch den Winterhimmel eignet.
Von Orion aus lässt sich der Himmel Stück für Stück erschließen. In seiner Umgebung finden wir den Stier mit Aldebaran, die Zwillinge mit Pollux, den Großen Hund mit Sirius und den Kleinen Hund mit Prokyon. So wird aus scheinbar unzähligen Lichtpunkten allmählich eine Himmelskarte, auf der man sich tatsächlich orientieren kann.

Der Winterhimmel – wenn die Sterne besonders eindrucksvoll erscheinen
| Sternbild / Objekt | Wichtige Sterne und Objekte | Was gibt es zu entdecken? | Orientierung am Himmel |
|---|---|---|---|
| Orion | Beteigeuze, Rigel, Bellatrix, drei Gürtelsterne, Orionnebel M42 | Das große Orientierungsschild des Winterhimmels. Schon die drei nahezu in einer Reihe stehenden Gürtelsterne machen Orion unverwechselbar. Unterhalb des Gürtels befindet sich das sogenannte Schwert des Orion. Dort liegt mit M42 einer der bekanntesten und hellsten Sternentstehungsnebel des Himmels. | Hier am besten mit der Orientierung beginnen. Orion steht an Winterabenden auffällig am südlichen Himmel. Von seinem Gürtel aus lassen sich weitere helle Sterne und Sternbilder finden. |
| Stier | Aldebaran, Hyaden, Plejaden (M45) | Aldebaran fällt durch seine orange-rötliche Farbe auf. In derselben Himmelsregion befinden sich die Hyaden und die berühmten Plejaden, die bereits mit bloßem Auge als kleine Sterngruppe auffallen. | Verlängert man die Linie des Oriongürtels in die entsprechende Richtung, gelangt man zum Gebiet des Stiers und zu Aldebaran. |
| Zwillinge | Pollux, Castor, Sternhaufen M35 | Pollux und Castor bilden die beiden auffälligen Köpfe der Zwillinge. Mit einem Fernglas oder Teleskop ist außerdem der offene Sternhaufen M35 ein schönes Beobachtungsziel. | Die Zwillinge befinden sich nordöstlich von Orion. Pollux gehört zu den auffälligeren Sternen dieser Himmelsregion. |
| Fuhrmann | Capella, M36, M37, M38 | Capella gehört zu den hellsten Sternen des Nachthimmels. Im Fuhrmann verstecken sich außerdem mehrere offene Sternhaufen, die bereits mit einem Fernglas interessant werden. | Der Fuhrmann steht hoch über dem Stier. Capella ist sein auffälligster Orientierungspunkt. |
| Großer Hund | Sirius, M41 | Sirius ist der hellste Stern des nächtlichen Himmels. Unter guten Bedingungen fällt er im Winter schon allein durch seine enorme Helligkeit auf. Unterhalb von Sirius befindet sich der offene Sternhaufen M41. | Eine Verlängerung des Oriongürtels in Richtung Südosten führt ungefähr zu Sirius. Damit wird Orion erneut zum Wegweiser. |
| Kleiner Hund | Prokyon, Gomeisa | Prokyon ist deutlich heller als die meisten Sterne seiner Umgebung. Zusammen mit Sirius und Beteigeuze bildet er das sogenannte Winterdreieck. | Prokyon liegt östlich von Orion und unterhalb der Zwillinge. |
| Hase | Arneb, Nihal, Kugelsternhaufen M79 | Der Hase ist wesentlich unscheinbarer als Orion. Für Einsteiger ist er trotzdem interessant, weil seine Lage leicht verständlich ist: Er befindet sich unmittelbar unterhalb des Himmelsjägers. | Direkt südlich beziehungsweise unterhalb von Orion suchen. |
| Eridanus | Cursa, Epsilon Eridani | Eridanus stellt in der Mythologie einen Fluss dar und zieht sich entsprechend lang durch den Himmel. Viele seiner Sterne sind relativ lichtschwach. | Das Sternbild beginnt in der Nähe Orions und windet sich weit in Richtung südlicher Himmel. |
| Krebs | Praesepe (M44), M67 | Das Sternbild selbst ist eher unauffällig. Dafür enthält es mit Praesepe, der Krippe, einen besonders schönen offenen Sternhaufen. Unter dunklem Himmel ist er bereits mit bloßem Auge als schwacher Lichtfleck erkennbar. | Zwischen den auffälligeren Sternbildern Zwillinge und Löwe gelegen. |
| Löwe | Regulus, Denebola | Mit dem Löwen kündigt sich am Winterhimmel bereits der kommende Frühling an. Regulus ist sein auffälligster Stern. | Steigt im Laufe der Nacht im Osten höher und wird gegen Ende des Winters zunehmend auffällig. |
| Große Bärin | Großer Wagen, Mizar und Alkor, M81 und M82 | Der bekannte Große Wagen ist kein eigenes Sternbild, sondern Teil der Großen Bärin. Seine Sterne gehören zu den wichtigsten Orientierungshilfen am nördlichen Himmel. | Von Deutschland aus ist die Große Bärin größtenteils zirkumpolar und damit zu unterschiedlichen Jahreszeiten und Uhrzeiten sichtbar. |
| Luchs | Alpha Lyncis, 38 Lyncis | Ein lichtschwaches Sternbild ohne besonders auffällige Sterne. Es zeigt sehr schön, dass Sternbilder am Himmel keineswegs alle sofort ins Auge springen. | Zwischen Großer Bärin, Fuhrmann und Zwillingen gelegen. |
| Kleiner Löwe | Praecipua | Ein eher unscheinbares Sternbild. Es enthält keinen Stern erster oder zweiter Größenklasse und ist deshalb unter aufgehelltem Himmel schwieriger zu erkennen. | Zwischen Großer Bärin und Löwe zu finden. |
| Jagdhunde | Cor Caroli, M51 | Das Sternbild selbst ist unauffällig, enthält aber eine berühmte Himmelsregion. In seiner Nähe liegt die Whirlpool-Galaxie M51, ein beliebtes Ziel für größere Amateurteleskope. | In der Nähe der Großen Bärin beziehungsweise des Großen Wagens zu finden. |
| Haar der Berenike | Coma-Sternhaufen, zahlreiche Galaxien | Eine Region mit vielen lichtschwachen Sternen und weit entfernten Galaxien. Besonders interessant für Beobachtungen unter einem dunklen Himmel. | Zwischen Löwe, Jagdhunden und dem später auffälligen Gebiet der Jungfrau. |
| Wasserschlange | Alphard, M48 | Die Wasserschlange ist das flächenmäßig größte der 88 modernen Sternbilder. Ihre lange Sternenkette zieht sich über einen großen Teil des Himmels. | Südlich von Krebs und Löwe. Viele Bereiche stehen von Deutschland aus relativ niedrig. |
| Sextant | Alpha Sextantis | Ein kleines und lichtschwaches Sternbild. Es ist eher ein Ziel für Beobachter, die sich bereits gut am Himmel orientieren können. | Südlich des Löwen und nördlich der Wasserschlange. |
Orion – der Wegweiser durch den Winterhimmel
Wer den Winterhimmel zum ersten Mal kennenlernen möchte, muss nicht versuchen, zwanzig Sternbilder gleichzeitig zu finden. Orion genügt für den Anfang. Seine drei Gürtelsterne sind eine Art kosmischer Wegweiser. Hat man sie einmal gefunden, beginnt der Himmel plötzlich Struktur zu bekommen.
| Ausgangspunkt | Richtung | Was finden wir? |
|---|---|---|
| Oriongürtel | In südöstlicher Richtung verlängern | Man gelangt zu Sirius im Großen Hund – dem hellsten Stern des nächtlichen Himmels. |
| Oriongürtel | In der entgegengesetzten Richtung verlängern | Die Linie führt ungefähr zu Aldebaran im Stier und weiter in Richtung der Plejaden. |
| Beteigeuze | Zusammen mit Sirius und Prokyon betrachten | Die drei hellen Sterne bilden das große und leicht erkennbare Winterdreieck. |
| Schwert des Orion | Unterhalb der drei Gürtelsterne | Hier liegt der Orionnebel M42. Schon mit einem Fernglas wird deutlich, dass dort nicht einfach nur ein weiterer Stern leuchtet. |
Planeten am Winterhimmel
In der Grafik sind außerdem Jupiter, Mars und Uranus eingezeichnet. Dabei ist eine wichtige Unterscheidung nötig: Sternbilder kehren aufgrund der Erdbewegung jedes Jahr ungefähr zur gleichen Jahreszeit an den Abendhimmel zurück. Planeten tun das nicht. Sie verändern ihre Position gegenüber den Sternbildern von Jahr zu Jahr.
Die in der Grafik gezeigten Positionen von Jupiter, Mars und Uranus sollten deshalb als Darstellung für einen bestimmten Zeitraum verstanden werden und nicht als allgemeingültige Karte jedes Winterhimmels. Für eine zeitunabhängige Einsteigerseite ist dieser Hinweis wichtig.
Meteorströme – wenn die Erde auf kosmischen Staub trifft
Die Grafik markiert außerdem mehrere Radianten von Meteorströmen. Der Radiant ist der Punkt am Himmel, von dem die Meteore eines Stroms perspektivisch auszustrahlen scheinen. Die Geminiden gehören dabei zu den bekanntesten Meteorströmen des Jahres.
Ein Meteor entsteht jedoch nicht dort zwischen den Sternen. Kleine Teilchen treffen mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre und erzeugen die kurze Leuchterscheinung. Wir sehen also etwas unmittelbar über unserer eigenen Welt – vor einem Hintergrund aus Sternen, die viele Lichtjahre entfernt sein können.
Suche zuerst Orion und seine drei Gürtelsterne. Von dort geht es weiter zu Sirius, Aldebaran, Prokyon und den Plejaden.
Man muss den Himmel nicht auf einmal lernen. Vier oder fünf markante Sterne und ein einziges unverwechselbares Sternbild reichen zunächst völlig aus. Beim nächsten klaren Abend erkennt man sie wieder – und genau dann beginnt aus einem Sternenhimmel eine vertraute Landschaft zu werden.
Orion – der Wegweiser durch den Winterhimmel
Wer den Winterhimmel kennenlernen möchte, braucht nicht mit siebzehn Sternbildern anzufangen. Orion genügt. Seine drei Gürtelsterne bilden eine so auffällige Linie, dass man sie nach wenigen Beobachtungsnächten kaum noch übersehen kann. Von hier aus lässt sich der Himmel Stück für Stück erschließen.
In einer Richtung gelangt man zum Stier mit Aldebaran und den Plejaden, in der anderen zum Großen Hund mit Sirius. Oberhalb des Orion warten die Zwillinge und der Fuhrmann mit Capella. Und aus Sirius, Prokyon und Beteigeuze lässt sich schließlich das große Winterdreieck bilden.
Das Faszinierende daran ist: Diese Figuren existieren nur aus unserer Perspektive. Die Sterne eines Sternbildes können in Wirklichkeit viele Lichtjahre voneinander entfernt sein. Wir sehen sie auf die scheinbare Fläche des Himmels projiziert und verbinden sie zu Mustern. Der Sternenhimmel ist deshalb ein wenig wie ein kosmisches Bilderbuch – nur dass hinter jedem einzelnen Lichtpunkt tatsächlich eine Sonne steht.
Suche zuerst Orion und seine drei Gürtelsterne. Von dort aus findest du Sirius, Aldebaran, die Plejaden, Prokyon und die Zwillinge. Ein Fernglas ist dafür bereits ein hervorragendes Instrument – besonders bei den Plejaden und den zahlreichen Sternhaufen des Winterhimmels.
Hinweis: Ich empfehle Produkte vom Fachhändler Astroshop.de. Kein Preisunterschied für euch, kleiner Bonus für meine Arbeit. Hier gibt es kein Google und kein Targeting, lediglich sehr reduzierte lokale Statistiken für den Überblick.