Sternbilder im Sommer

Die wichtigsten Sternbilder des Sommerhimmels

Eine klare Sommernacht ist eine wunderbare Gelegenheit, sich am Himmel zu orientieren. Was zunächst wie ein kaum überschaubares Meer aus Lichtpunkten wirkt, bekommt erstaunlich schnell eine Ordnung. Einige helle Sterne bilden markante Figuren, und hat man erst einmal Vega, Deneb oder Altair gefunden, entdeckt man von dort aus immer neue Sternbilder.

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Besonders eindrucksvoll ist im Sommer die Milchstraße. Unter einem dunklen Himmel zieht sie sich als matt leuchtendes Band durch den Himmel. Wir schauen dabei in die Ebene unserer eigenen Galaxie – mitten hinein in ein Gebiet mit ungeheuer vielen Sternen. Die folgende Übersicht zeigt einige der auffälligsten Sternbilder, die man an Sommerabenden von Mitteleuropa aus entdecken kann.

Ausführliche Tabelle unter der Grafik

grafik sternbilder im sommer

Sternbild Wichtige Himmelsobjekte Was gibt es zu entdecken? Orientierung am Himmel
Schwan
(Cygnus)
Deneb
Albireo
Nordamerikanebel (NGC 7000)
Cirrusnebel
Der Schwan liegt mitten im sternreichen Band der Milchstraße. Deneb bildet zusammen mit Vega und Altair das berühmte Sommerdreieck. Albireo ist zudem ein besonders schöner Doppelstern für kleine Teleskope. Eines der auffälligsten Sommersternbilder. Seine kreuzartige Form wird deshalb manchmal auch als „Kreuz des Nordens“ bezeichnet.
Leier
(Lyra)
Vega
Epsilon Lyrae
Ringnebel (M57)
Die Leier ist klein, aber bemerkenswert. Vega gehört zu den hellsten Sternen des Sommerhimmels. Mit einem Teleskop lässt sich hier außerdem der berühmte Ringnebel finden – die abgestoßene Hülle eines sonnenähnlichen Sterns. Vega ist kaum zu übersehen und ein hervorragender Ausgangspunkt, um sich am Sommerhimmel zu orientieren.
Adler
(Aquila)
Altair
Tarazed
Altair ist der hellste Stern des Adlers und bildet die dritte Ecke des Sommerdreiecks. Das Sternbild liegt in einer besonders sternreichen Gegend der Milchstraße. Vom Schwan aus führt das Band der Milchstraße weiter durch den Adler in Richtung des südlichen Sommerhimmels.
Schütze
(Sagittarius)
Lagunennebel (M8)
Trifidnebel (M20)
Omeganebel (M17)
zahlreiche Sternhaufen
Hier wird der Sommerhimmel besonders reich. In Richtung des Schützen blicken wir zum Zentralbereich unserer Milchstraße. Gasnebel und Sternhaufen stehen hier scheinbar dicht gedrängt. Von Deutschland aus steht der Schütze relativ tief über dem südlichen Horizont. Ein möglichst freier Blick nach Süden ist deshalb hilfreich.
Skorpion
(Scorpius)
Antares
Sternhaufen M6
Sternhaufen M7
Antares fällt durch seine orange-rötliche Farbe auf. Sein Name bedeutet sinngemäß „Gegen-Mars“, weil seine Färbung schon in der Antike an den rötlichen Planeten erinnerte. In Deutschland bleibt ein großer Teil des Skorpions sehr niedrig oder unter dem Horizont. Weiter südlich lässt sich seine charakteristische Gestalt wesentlich besser erkennen.
Herkules
(Hercules)
Kugelsternhaufen M13
Kugelsternhaufen M92
Mit M13 beherbergt Herkules eines der bekanntesten Beobachtungsobjekte des nördlichen Himmels. Im Teleskop zeigt sich ein dichter Schwarm aus sehr alten Sternen. Herkules liegt zwischen Leier und Bärenhüter. Seine Sterne sind nicht übermäßig hell, weshalb zunächst die markante zentrale Sternfigur hilfreich ist.
Bärenhüter
(Boötes)
Arktur
Izar
Arktur ist ein auffallend heller, orangefarbener Stern und gehört zu den hellsten Sternen des gesamten Nachthimmels. Izar ist ein reizvoller Doppelstern für die Beobachtung mit dem Teleskop. Arktur lässt sich besonders leicht über den gebogenen Verlauf der Deichsel des Großen Wagens finden.
Nördliche Krone
(Corona Borealis)
Alphecca
T Coronae Borealis
Eine kleine, aber sehr einprägsame halbkreisförmige Sternenkette. Alphecca ist ihr hellster Stern. Die Nördliche Krone liegt zwischen Bärenhüter und Herkules. Hat man Arktur gefunden, ist auch dieses Sternbild vergleichsweise leicht aufzuspüren.
Schlangenträger
(Ophiuchus)
Rasalhague
zahlreiche Kugelsternhaufen
Der Schlangenträger liegt in einer reichen Region des Himmels. Besonders interessant sind die zahlreichen Kugelsternhaufen in diesem Gebiet. Ein großes, aber weniger auffälliges Sternbild zwischen Herkules, Skorpion und Schütze.
Schlange
(Serpens)
Unukalhai
Adlernebel (M16)
Sternhaufen M5
Die Schlange ist eine astronomische Besonderheit: Sie ist das einzige offizielle Sternbild, das aus zwei voneinander getrennten Teilen besteht. Dazwischen liegt der Schlangenträger. Wegen ihrer weniger auffälligen Sterne ist die Schlange leichter zu finden, wenn man zunächst den Schlangenträger identifiziert.
Drache
(Draco)
Eltanin
Rastaban
Katzenaugennebel (NGC 6543)
Der Drache windet sich durch den nördlichen Himmel. Besonders interessant ist der Katzenaugennebel, für dessen Beobachtung allerdings ein Teleskop benötigt wird. Von Deutschland aus ist der Drache zirkumpolar. Er geht also nicht vollständig unter und kann grundsätzlich das ganze Jahr hindurch beobachtet werden.
Kassiopeia Schedar
Caph
mehrere offene Sternhaufen
Kassiopeia liegt in einem sternreichen Bereich der Milchstraße. Schon ein Fernglas offenbart in ihrer Umgebung zahlreiche zusätzliche Sterne und Sternhaufen. Ihre charakteristische W-Form macht Kassiopeia zu einem der einfachsten Sternbilder für Einsteiger. In Deutschland ist sie zirkumpolar.
Großer Bär
(Ursa Major)
Großer Wagen
Mizar und Alkor
Galaxien M81 und M82
Der bekannte Große Wagen ist kein eigenes Sternbild, sondern ein besonders auffälliger Teil des wesentlich größeren Sternbildes Großer Bär. Mit einem Teleskop gibt es in dieser Himmelsregion sogar ferne Galaxien zu entdecken. Der Große Wagen ist eine der wichtigsten Orientierungshilfen des Nordhimmels. Seine hinteren Kastensterne weisen ungefähr in Richtung des Polarsterns.
Jagdhunde
(Canes Venatici)
Cor Caroli
Sonnenblumengalaxie (M63)
Strudelgalaxie (M51, nahe der Grenze)
Ein eher unscheinbares Sternbild, dessen Umgebung für Teleskopbeobachter umso interessanter ist. Hier finden sich mehrere weit entfernte Galaxien. Die Jagdhunde liegen unterhalb der Deichsel des Großen Wagens und in der Nachbarschaft des Bärenhüters.
Jungfrau
(Virgo)
Spica
Virgo-Galaxienhaufen
M87
Die Jungfrau führt uns weit über unsere eigene Milchstraße hinaus. In dieser Himmelsrichtung liegt der Virgo-Galaxienhaufen mit zahlreichen fernen Galaxien. Spica ist der auffälligste Stern der Jungfrau. Im Laufe des Sommers steht das Sternbild am Abend zunehmend tiefer im Westen.
Löwe
(Leo)
Regulus
Denebola
Galaxien M65 und M66
Der Löwe gehört eigentlich zu den typischen Frühlingssternbildern, ist aber zu Beginn des Sommers abends noch am westlichen Himmel zu beobachten. Für Teleskope bietet die Region mehrere interessante Galaxien. Im Juni verabschiedet sich der Löwe allmählich vom Abendhimmel. Im Juli und August ist er zu den in der Grafik genannten späten Uhrzeiten kaum noch beziehungsweise nicht mehr sinnvoll zu beobachten.
Pegasus Enif
Kugelsternhaufen M15
Pegasus ist vor allem ein Vorbote des Herbsthimmels. Besonders bekannt ist das große Sternquadrat, das später im Jahr sehr auffällig wird. Im späten Sommer erscheint Pegasus zunehmend günstiger am Abendhimmel. Er zeigt damit sehr schön, dass der Sternenhimmel von Monat zu Monat weiterwandert.

Drei Sterne weisen den Weg durch den Sommer

nachthimmel im sommer

Wer nicht gleich sechzehn Sternbilder lernen möchte, kann mit nur drei Sternen beginnen: Vega in der Leier, Deneb im Schwan und Altair im Adler. Verbindet man diese drei hellen Sterne gedanklich, entsteht das große Sommerdreieck. Es ist kein offizielles Sternbild, sondern eine besonders auffällige Sternfigur – und eine ausgezeichnete Orientierungshilfe.

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Von dort aus lässt sich der Himmel Stück für Stück erschließen. Zwischen Schwan und Adler zieht sich die Milchstraße hindurch. Weiter südlich gelangen wir zum Schützen und damit in die Blickrichtung zum Zentrum unserer Galaxie. Nach Norden führen Herkules, Drache und Großer Bär. Und am westlichen Himmel verschwinden langsam jene Sternbilder, die noch an den Frühling erinnern.

So betrachtet ist der Sommerhimmel keine Ansammlung von Namen, die man auswendig lernen muss. Er ist eine Landschaft. Man beginnt bei drei hellen Sternen, erkennt einige Wege und entdeckt mit jeder klaren Nacht ein Stück mehr. Und irgendwann schaut man nach oben und stellt überrascht fest: Aus dem fremden Sternenhimmel ist ein vertrauter Ort geworden.

Tipp für den Einstieg:
Beginne mit Vega, Deneb und Altair und suche zuerst das Sommerdreieck. Nimm danach Schwan, Leier und Adler einzeln unter die Lupe. Ein Fernglas genügt bereits, um in der Milchstraße zwischen diesen Sternbildern eine erstaunliche Fülle weiterer Sterne zu entdecken.

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